BeeHiveMap Beta

Wissensbereich: GTS, Phänologie & Imkerei

GTS Grundlagen

GTS Definition Berechnung Stand: März 2026

Was ist die Grünland-Temperatur-Summe (GTS)?

Die Grünland-Temperatur-Summe (GTS) ist eine gewichtete Wärmesumme, die seit Jahresbeginn positive Tagesmitteltemperaturen aufsummiert. Sie wird häufig genutzt, um den vegetations- und witterungsabhängigen Saisonverlauf besser zu beschreiben als mit einem fixen Kalenderdatum.

Merksatz: Die GTS ist ein Indikator für „wie weit der Frühling ist“, basierend auf der bisher angesammelten Wärme.

Wie wird die GTS berechnet?

Für jeden Tag wird das Tagesmittel der Temperatur betrachtet. Nur positive Werte tragen zur GTS bei. In den Wintermonaten werden Tageswerte zusätzlich gewichtet.

GTS = Σ ( max(0, Tmittel) · FaktorMonat )
Monat Faktor Intuition
Januar 0,5 Wärme wirkt im Hochwinter „langsamer“ (geringere Strahlung, häufigere Frostnächte)
Februar 0,75 Übergangsphase: Wirkung steigt, ist aber noch gedämpft
März–Dezember 1,0 Voller Beitrag der positiven Tagesmitteltemperatur

Beispiel: Hat ein Januartag ein Tagesmittel von 4 °C, dann trägt er 2 „GTS-Punkte“ bei (4 × 0,5). Liegt das Tagesmittel bei −1 °C, ist der Beitrag 0.

Beispielrechnung

Ein Mini‑Beispiel (vereinfacht) zeigt das Prinzip. Angenommen, wir starten am 1. Januar und haben folgende Tagesmittel:

Tag Tagesmittel Faktor Beitrag Summe
01.01.−2 °C0,500
02.01.+4 °C0,522
03.01.+1 °C0,50,52,5
04.01.+6 °C0,535,5

Genauere Berechnungsdetails können je nach Quelle/Umsetzung leicht variieren. Entscheidend ist das Prinzip: Wärme wird über die Zeit aufsummiert.

Einheiten & Schreibweisen

In der Praxis begegnen dir verschiedene Schreibweisen. Inhaltlich geht es immer um eine aufsummierte Größe (Grad-Tage), nicht um eine einzelne Temperatur:

Wichtig ist die Definition (Basis 0 °C, Winterfaktoren), nicht das Symbol.

Wie interpretiert man GTS-Werte?

Die GTS steigt im Jahresverlauf ungleichmäßig: In kalten Phasen stagniert sie, in warmen Phasen wächst sie schnell. Wichtig ist nicht nur der absolute Wert, sondern auch die Entwicklung (z.B. „zieht die Wärme an?“).

Wofür wird die GTS genutzt?

Die GTS wurde im agrarmeteorologischen Kontext entwickelt und wird u.a. eingesetzt für:

GTS vs. andere Temperatursummen

„Temperatursumme“ ist ein Oberbegriff. Die GTS ist eine spezifische Definition: Basis ist 0 °C, dazu kommen Winter-Gewichtungsfaktoren. Andere Systeme (z.B. „Growing Degree Days“) nutzen häufig:

Wie BeeHiveMap die GTS nutzt

Einstieg: Karte nutzen und Funktionen im Überblick.

FAQ

Warum passt „GTS 200“ nicht jedes Jahr zur gleichen Blüte?

GTS ist ein sehr guter Wärme‑Indikator, aber nicht der einzige Faktor. Bodenfeuchte, Strahlung, Trockenheit, Sorten und Mikroklima können Blühphasen verschieben. Nutze GTS als Marker und bestätige mit Beobachtung.

Ist GTS ein Ersatz für phänologische Beobachtung?

Nein. GTS ist eine „Witterungsuhr“, Phänologie ist die Realität. Die Kombination ist am stärksten (siehe Phänologie).

Quellen & Weiterführendes